"Wir müssen die Leidenschaft für Wein natürlich und bescheiden vermitteln"
Xavier Valenzuela, Sommelier im Forat 19
In der Welt des Weins formt sich der Sommelier aus der Bescheidenheit seiner Anfänge, wächst mit jedem Glas und jeder Erfahrung, bis er zum Meister der önologischen Geheimnisse wird. Und dieses Wissen vermittelt Xavier Valenzuela jeden Tag seinen Gästen im Forat 19. Xavier begann seinen Weg in der Weinwelt als Lehrling im Restaurant El Dorado Petit in Sant Feliu de Guixols. Seitdem zeigte sich seine Faszination für Wein in jedem Aspekt: von der Form der Flaschen bis zum Geruch frisch gezogener Korken. 1. Was bedeutet Wein für dich? Wein ist Kultur, Geschichte, Gastronomie, Önologie, Natur, Geografie, Kunst und vor allem Emotion und Leidenschaft. Diese Emotionen muss der Sommelier zu vermitteln wissen. 2. Beschreibe den perfekten Wein in drei Worten. Balance, Ehrlichkeit und Emotion. 3. Wie hilfst du einem Gast, der sagt „Ich kenne mich nicht mit Wein aus"? Mit Bescheidenheit und Natürlichkeit. Ich frage immer nach seinen Vorlieben: ob er es lieber leicht oder kräftig, fruchtig oder mineralisch mag. Von dort empfehle ich Optionen, die er ohne Druck genießen kann. 4. Welche gastronomischen Trends beeinflussen die Weinauswahl am meisten? Der Trend zu leichterer, frischerer, vielseitigerer Küche. Auch der Aufstieg pflanzlicher und fermentierter Gerichte, die eine breitere Palette an Paarungen ermöglichen. 5. Erzähl uns von deinen Lieblingsweinen - Weiß: Goyo García GEORGIEVA, ein mazerierter Weißwein, sehr aromatisch und natürlich. - Rosé: Clos d'Agon Alba del Tinar, frisch aber voluminös, sehr persistent. - Rot: Alle klassischen Riojas der Bodega Rioja Alta. > „Ein guter Tipp ist, Verkostungsnotizen der zu probierenden Weine zu lesen und eigene Nuancen und Meinungen hinzuzufügen" 6. Worauf sollte jemand mit wenig Weinerfahrung achten? Aus der „Komfortzone" heraustreten und verschiedene Weine probieren, sie ohne Vorurteile oder Regeln kombinieren. 7. Räume mit einem Mythos über Wein und Speisenbegleitung auf. Die klassische Gewohnheit: Weiß zu Fisch, Rosé zu Pizza und Salat, Rot zu Fleisch und Eintöpfen. Das ist kein Dogma — man muss mischen und experimentieren ohne Angst. 8. Was ist der beste Tipp zum Weinverkosten? Mit dem Herzen verkosten. Schließen Sie die Augen, riechen Sie, schmecken Sie, und lassen Sie sich von den Empfindungen tragen, die der Wein erzeugt.